Geschichte der alten DorfkircheDas heute vor allem als Friedhofskirche, aber auch für besinnliche Veranstaltungen und Aufführungen geistlicher Musik genützte Gotteshaus erhebt sich südlich der Augsburger Straße (B 2). Sein weithin sichtbarer Sattelturm - als Wahrzeichen Germerings seit 1963 Bestandteil des Gemeindewappens - überragt den historischen Dorfkern.
Der älteste durch Grabungen 1977 zweifelsfrei nachgewiesene Kirchenbau an diesem Platz entstammt höchstwahrscheinlich der Vorromanik (9./10. Jh.): Von ihm haben sich ca. 75-80 cm unter dem heutigen Bodenniveau Teile eines Mörtelestrichs erhalten, über dem eine Brandschicht festgestellt wurde, die von einer Zerstörung dieser Kirche herrühren könnte; der Bau war mindestens so breit wie der bestehende. Etwas tiefer wurden noch ältere Gruben gefunden, die Gräber gewesen sein könnten, so daß auch noch eine frühere Kirche, möglicherweise in Holzbauweise, nicht auszuschließen, aber auch nicht zu beweisen ist.
In aufgehenden Mauerteilen besteht noch das 1315 erwähnte Gotteshaus - ein verputzter, aus Tuffquadern über Rollsteinfundamenten errichteter Bau der Romanik (12. Jh.?), der heute die drei östlichen Fensterachsen des Langhauses bildet. Am Dachansatz etwa 2,25 m niedriger (dafür etwas tiefer liegend) als die jetzige Kirche, mündete das ebenfalls einschiffige Langhaus im Osten wohl in eine Apsis. Vermutlich nach dem Dorfbrand von 1422 wurde im Nordosten des Kirchenschiffs der heute noch aufragende spätgotische Sattelturm aus Ziegeln angebaut. Er war sorgfältig verfugt, aber nur geschlämmt, und darauf in Grau ein regelmäßiges Fugennetz aufgemalt, das Quadermauern imitieren sollte. Als wohl gegen Ende des 15. Jh. vermutlich ein Mitglied der Maurerfamilie Schöttl vom nahen Holzkirchen den noch bestehenden gewölbten Backsteinbau des Polygonalchors anfügte, mußten das Langhaus um neun Ziegellagen und konsequenterweise auch der Turm um das jetzige Glockengeschoß erhöht werden. Gleichzeitig wurde der ganze Außenbau samt dem Turm einheitlich verputzt. Das Südportal der spätgotischen (wie schon der romanischen) Kirche befand sich in etwa unter dem heutigen mittleren Langhaussüdfenster.
In der 2. Hälfte des 17. Jh. wurde das Kirchenschiff um eine Fensterachse (heute die vierte von Osten) verlängert, so daß der Turm etwa an der Mitte des Gesamtbaues zu stehen kam. Dementsprechend wurde auch das Südportal weiter nach Westen verlegt und durch ein Vorzeichen geschützt. Damals wurde vielleicht auch die Sakristei im Winkel zwischen Turm und Chor angebaut und der Kirchenraum z.T. von Wolfratshauser Künstlern (Ant. Krinner, Kasp. Albrecht) barockisiert. Ein 1853 aufgrund einer schlimmen Viehseuche von den Germeringer Bauern nach Maria Eich gestiftetes Votivbild zeigt noch den damaligen Zustand der Kirche: Anders als heute faßte ein einziges gewaltiges Dach Chor und Langhaus zusammen; an der östlichen Südwand des Kirchenschiffs barg - wie heute noch an St. Jakob in Unterpfaffenhofen - ein kleines, angefügtes , Treppenhaus? den Kanzelaufgang. Das Rundfenster über dem Portal verrät die Existenz einer Westempore im Innern. Der die Kirche umgebende Friedhof war von einer Mauer umschlossen, die 1867 neu aufgeführt wurde. Wie schon im 18. Jh. (um dessen Mitte Joseph Wolcker, wohl Sproß der großen Augsburger Malerfamilie, für St. Martin neue Altarblätter malte), erfahren wir auch 1868 wieder von einer Renovierung der gesamten Kirche, nachdem bereits 1860 drei neue Glocken von Anton Baur, Augsburg, aufgezogen worden waren. Sie ersetzten das 1795 von Joh. Bapt. Spannagl, München, gegossene Geläute und wurden 1910 eingeschmolzen, um vier Glocken der Firma Gebr. Oberascher, München, Platz zu machen, die im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden mußten. Im Jahre 1882 stellte Franz Xaver Frosch, München-Au, eine neue Orgel (1 Manual, 9 Register) auf, der 1907 eine neue von Franz Borgias Maerz, München, folgte, deren Gehäuse der Münchner Architekt Anton Bachmann entworfen hatte.
Eine letzte große Veränderung der Kirche brachte das Jahr 1896: Nochmals wurde das Langhaus um eine Fensterachse nach Westen verlängert. Dies verzerrte jedoch so sehr die Proportionen, daß das Langhaus um 1,50 m erhöht werden mußte. Ein neuer Dachstuhl und die schöne Kassettendecke waren die Folge. Der Westfassade wurde ein Vorzeichen vorgelegt, über dessen nördlich angebauten, apsisförmig sich vorwölbenden Treppenturm die Orgelempore zugänglich ist. Das alte Südportal wurde zugesetzt; die Kanzel an die Turmwand verlegt, so daß auch der ehemalige Kanzelaufgang abgebrochen werden konnte. Sämtliche Fenster wurden regotisiert. Zunächst sollte sogar die Sakristei abgerissen und der Turm mit einem Pyramidenhelm bekrönt werden. Um die neugotischen Seitenaltäre aufstellen zu können, wurde der Chorbogen um 80 cm verengt. Eine neue Farbgebung des Innenraums und neue Bodenplatten machten die Umgestaltung im neugotischen Stil vollkommen. Die Leitung dieses Umbaus hatte der Münchner Architekt und Besitzer einer Kunstanstalt Joseph Anton Müller inne, nachdem er seinen Fürstenfeldbrucker Konkurrenten Sebastian Steiner ausgestochen hatte. (J. A. Müller, geb. 1839 in Obergünzburg/Allgäu, Schüler von Bildhauer Sickinger und Architekt Ziebland in München; Kirchenbauten: Schloßkirche Moos bei Lindau, Pfarrkirche Fridolfing; Kirchenerweiterungen: Odelzhausen, Pöttmes, Stotzard; zahlreiche Kirchenrestaurierungen, darunter die des Domes von Chur; Risse für über 200 Altäre in Bayern, Vorarlberg, Tirol, Schweiz, Schlesien und sogar Nordamerika. - Vgl. Festgabe des Vereins f. christI. Kunst in München, München 1910, 5. 163 f.). Er entwarf auch die gesamte Neuausstattung der Kirche: von den Altären über das Chorgestühl, die Kanzel und die nicht mehr vorhandene Kommunionbank bis hin zur Langhausdecke, von der farblichen Fassung des Innenraums über die Glasgemälde bis zum Fußboden. Die Kosten hierfür beliefen sich auf fast 20000 M. Am 10. Sept. 1899 konnte der Münchner Erzbischof Franz Joseph von Stein den neuen Hochaltar weihen.
Auf Initiative des ,,Fördervereins Alte Dorfkirche St. Martin e.V.? wurde das durch den Bau des neuen Pfarrzentrums funktionslos gewordene Gotteshaus seit 1975 in sechs Abschnitten (beginnend mit der Renovierung des Turms und der Trockenlegung des Kirchen-Mauerwerks) grundlegend unter Aufsicht des Bayer. Landesamts für Denkmalpflege saniert und restauriert. Die farbliche Gestaltung des Außenbaus, ein mit Ocker gebrochenes Weiß, geht auf Befunde der zweiten Fassung des Turms (um 1500) zurück. Ziel der von Kirchenmaler Ludwig Keilhacker, Taufkirchen, durchgeführten Innenrestaurierung war die Wiederherstellung des neugotischen Raumbildes von 1896/98. Zu Beginn des Advents 1982 konnte dankbar die offizielle Wiedereröffnung der Kirche gefeiert werden.
Die ungewöhnliche Länge des verhältnismäßig schmalen Kirchenschiffs von fünf Fensterachsen ist Ausdruck seiner Geschichte, im Laufe derer es zweimal nach Westen verlängert wurde. Seit 1896 faßt nicht mehr ein einziges Dach Langhaus und Chor zusammen, sondern ist dieser bei gleicher Breite niedriger als der Gemeinderaum. Außergewöhnlich ist, daß der nach drei Jochen ansetzende, polygonale Chorschluß fensterlos ist, was jedoch durch die Wandgemälde im Innern bedingt ist. Nach altbayerischer Art umzieht den Chor außen am Dachansatz ein gemalter Maßwerkfries. An der östlichen Nordseite des Langhauses erhebt sich der spätgotische Sattelturm und verkürzt hier die Außenwände des Kirchenschiffs gliedernde Reihe der neugotischen Maßwerkfenster von fünf auf vier Fenster. Über seinem auf jeder der vier Seiten durch ein Paar spitzbogiger Klangarkaden geöffneten Glockengeschoß steigt ein steiles Satteldach auf, dessen beide Giebel - wie öfters im Einzugsgebiet der Amper - seitlich und an der Spitze mit Türmchen besetzt sind, die an reduzierte gotische Fialen erinnern. Beim Bau des Westabschlusses der Kirche mit seinem Vorzeichen und dem asymmetrisch angefügten Emporenaufgang 1896 gestaltete man den Westgiebel analog den Turmgiebeln.
Ist der Besucher durch das einzige Portal im Westen eingetreten und hat den niedrigen dunklen Vorraum unter der tiefen Westempore durchschritten, öffnet sich ihm das helle einschiffige Langhaus, das mit seiner zum Teil in Gold, Silber und Blau gefaßten, jochweise von auf Konsolen aufruhenden Querbalken getragenen Kassettendecke mit neugotischen Maßwerkschnitzereien den Eindruck eines Festsaals hervorruft. Noch ist nicht wieder die neugotische Quadermalerei der Sockelzone hergestellt, doch ziert je ein gemalter Bogenfries den Ansatz der Decke an den beiden Längsseiten. Das passende Bodenpflaster von 1896 besteht aus rautenförmig verlegten Platten von zwei verschiedenen Grauwerten. Der Westempore mit der Orgel und der geschnitzten Brüstung entspricht im Osten des Langhauses die zum Hochaltar leitende und daher reichere Ausstattung mit den Seitenaltären (derenthalben der Chorbogen 1896 verengt werden mußte), mit der Kanzel und der zugeordneten Kreuzigungsgruppe. Hinter dem niedrigen, abgefasten Triumphbogen liegt - um eine Stufe erhöht - der nur durch drei Farbfenster im Süden erhellte spätgotische Altarraum im Dämmer, höhlenartig den reichen Schnitzaltar bergend. Über Runddiensten, die flachen, gekehlten, untereinander durch Schildbögen verbundenen Wandpfeilern vorgelegt sind, steigt ein kuppelartiges Netzgewölbe auf, dessen mit Goldstreifen besetzte Rippen sich von dem tiefblauen, mit Sternen übersäten Nachthimmel der Gewölbekappen abheben. Schon das nach alten Vorlagen bei der letzten Restaurierung rekonstruierte Ornamentmuster der Chorbogenlaibung kündigt die aufwendige neu-gotische Ausmalung des gesamten Altarraums an, die nicht nur auf das Gewölbe und die monumentalen Wandgemälde des Chorpolygons beschränkt ist, sondern auch die Wandgliederung überzieht - man beachte etwa die mit normannischem Zickzack-Muster in Rosa-, Beige- und Brauntönen bemalten Dienste - und so den Chor zu einer "Sainte Chapelle? werden läßt, deren Bodenplatten wohl nicht zufällig ein Lilienmuster tragen. Wie bei herrschaftlichen Eigenkirchen öffnet sich an der Nordseite über die Sakristei ein Oratorium zum Chor.
Sämtliche drei Altäre sind gute Werke der Neugotik von 1898 nach Entwürfen des Münchner Architekten Jos. Ant. Müller. Anders jedoch als bei seinen spätgotischen Vorbildern nimmt die Mitte des Hochaltars der sakramentshäuschenartige Tabernakel ein, während die Darstellungen aus dem Leben des Kirchenpatrons zur Seite gerückt sind; anders auch als bei den spätgotischen Wandelaltären stehen die Flügel so weit vom Altarschrein ab, daß die beiden seitlichen Schreinswächter, die gewöhnlich nur bei geschlossenem Zustand sichtbar sind, dazwischen durchschauen. Von links nach rechts stellen die farbig gefaßten Figurengruppen der Flügelreliefs und der beiden Schreinnischen dar: wie St. Martin (geb. 316/17 in Sabaria = Steinamanger/Ungarn, gest. 397 in Candes/Frankreich) als Reiter der römischen Armee vor den Toren von Amiens mit einem frierenden Bettler seinen Mantel teilt; wie sich ihm daraufhin im Traum Christus als dieser Bettler offenbart; wie St. Martin von Bischof Hilarius von Poitiers getauft wird; wie der Heilige als Schirmherr der Germeringer Kirche für seine Gemeinde beim Christkind eintritt, das auf Mariens Schoß thront. Die Standfiguren dazwischen repräsentieren die beiden Pestheiligen Sebastian und Rochus. Sind die Altarflügel während der Passionszeit geschlossen, regen auf ihren Rückseiten die schlichten Gemälde mit den trophäenartig angeordneten Leidenswerkzeugen Jesu, den sog. ,,arma Christi?, zur Andacht an. In den drei Fialentürmen des filigranartigen Gesprenges über dem Altarschrein ist nochmals St. Martin zu sehen, diesmal im Ornat des Bischofs von Tours, flankiert von St. Florian, dem Beschützer bei Feuers-und Wassersnöten, und St. Leonhard, dem Viehpatron - Heiligen, deren Hilfe Germering mehrmals bedurfte. Auf den Altar als den zentralen Ort bei der Gedächtnisfeier des Opfertodes Christi und damit die Quelle des Heils verweisen die beiden Reliefs der Predella mit dem Lamm Gottes und dem trinkenden Hirsch sowie die Bildnisse des Priesterkönigs Melchisedech, des Patriarchen Abraham und König Davids am Antependium. Dem schön der Krümmung des Chorbogens einkomponierten Hochaltar sind die beiden Seitenaltäre in ähnlicher Weise wie beim spätgotischen Altarensemble der Blutenburger Schloßkapelle zugeordnet: Die hochaufragenden, für sich allein jedoch viel zu schmalen und unproportionierten Chorbogenaltäre wirken wie vorgestellte Flügel des Hauptaltars, dem sie durch das ähnliche Gesprenge formal angeglichen sind. Auch steigern sich die Plastizität und damit die handgreifliche Realität der Figurengruppen von den Gemälden der Seitenaltäre außen über die Reliefs der Hochaltarflügel zu den Schnitzwerken der beiden Schreinnischen im Zentrum des Hochaltars. Die beiden Seitenaltarblätter von 1854 sind datierte und signierte Werke des Cornelius-Schülers Georg Lacher (1809-1882), der im Landkreis Fürstenfeldbruck auch Gemälde für die Kirchen in Unterpfaffenhofen, Holzkirchen, Schöngeising, Eismerszell und Weißenzell schuf. Sie zeigen links Maria mit ihren Eltern Joachim und Anna und rechts die Taufe Kaiser Konstantins, des einstigen Dienstherren St. Martins, durch den hl. Papst Silvester 1. (den späteren Patron der Haustiere), wodurch der Bau der ersten Peterskirche in Rom im Jahre 325 möglich wurde, wie im Hintergrund zu sehen ist. Im Gesprenge über diesen Altarblättern stehen die Statuen des hl. Wendelin, des Patrons der Hirten und Herden (links), und des hl. Isidor, des Schutzheiligen der Bauern (rechts) - Zeichen für die rein bäuerliche Struktur Germerings noch zu Ende des 19. Jh.<
Zur gleichen Zeit und im gleichen neugotischen Stil ist die ebenfalls polychrom gefaßte Kanzel aus Eichenholz entstanden, mit den Holzfiguren der vier Evangelisten am Kanzelkorb und den von der Taube des HI. Geistes am Schalldeckel ausgehenden Schriftbändern, welche die Sieben Gaben des HI. Geistes nennen: ,,Weisheit, Frömmigkeit, Verstand, Guter Rath, Stärke, Wissenschaft, Furcht des Herrn?. An der Südwand des Langhauses ist als Gegengewicht zur Kanzel ein großes Kruzifix angebracht, zu dessen Füßen eine Statue der schmerzhaften Muttergottes steht. Mit der Erhebung der Filialkirche St. Martin zur selbständigen Expositurkirche wurde auch die Aufstellung des achteckigen kelchtörmigen Taufsteins nötig; seine Umschrift preist die Wirkung der Taufe: ,,Abluo peccata, do coeli gaudia, gratia - AO. di. 1922? (Ich wasche von Sünden frei und schenke die Freuden und Gnaden des Himmels - im Jahre des Herrn 1922). In wechselnden Gruppierungen ziehen sich die neugotischen Kreuzwegbilder (wiederum aus der Kunstanstalt Müller in München) in Höhe der Emporenbrüstung an den beiden Längswänden des Kirchen-schiffs hin.
Auf die Spätgotik gehen zwei der vier monumentalen Wandgemälde des Chorpolygons zurück, wenngleich dies heute wegen der (entgegen der Anordnung des Denkmalpflegers erfolgten) Eingriffe durch Joseph Mairle (1898/99) kaum mehr zu erkennen ist. Von Nord nach Süd sind die Verkündigung der Menschwerdung Christi an Maria (1899), Christi Geburt (teilweise spätgotisch, mit modernen Ergänzungen), die Anbetung des Christkinds durch die HII. Drei Könige (spätgotisch, jedoch sehr zerstört) und der Tod Mariens (1899) abgebildet. Das erst- und letztgenannte Bild wurde zur Angleichung nach spätgotischen Reliefs im Bayer. Nationalmuseum in München gemalt. Wohl ebenfalls von Mairle stammt das Fresko der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit über dem Triumphbogen. Gleichzeitig malte nach Art der Nazarener der vielbeschäftigte königlich-bayerische Hofglasmaler Franz Xaver Zettler, München, die Glasbllder der drei südlichen Chorfenster: (von Ost nach West) Herz Mariä (Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung!?), Herz Jesu (Süßes Herz meines Jesus, mache, daß ich dich irner mehr liebe!?) und hl. Joseph (Seligster Joseph, bitte für uns!?). In Zettlers Werkstatt entstanden auch die vier rein ornamentalen Glasgemälde des Langhauses, die erst jüngst auf dem Dachboden der Kirche gefunden wurden. An der Nordseite des Altarraums - über dem neugotischen Chorgestühl mit Rankenwerkschnitzereien - konnten bei der letzten Restaurierung Reste eines gemalten Epitaphs wohl des 17. Jh. freigelegt werden, welche noch die männlichen Mitglieder einer Familie in ewiger Anbetung zeigen.
Nördlich der alten Martinskirche wurde 1962 von Prof. Georg Brenninger von der Akademie der Bildenden Künste in München ein außergewöhnlicher Ehrenhain für die Gefallenen und Vermißten der Gemeinde in den beiden Weltkriegen gestaltet. Wie bei einem der großen Soldatenfriedhöfe sind liegende Gedenksteine aus Tuff um die auf einem Natursockel erhöhte kreuzförmige Metallplastik gruppiert, an der gemäß der Bergpredigt (Mt 5,3ff.) die Seligen von Christus gerufen werden. - Daneben steht am Eingang zum Friedhof die schlichte, renovierungsbedürftige Marquartskapelle, das ehemalige Seel- oder Beinhaus. Das mit der heutigen Kapelle 1776 geschaffene und 1925 erneuerte Altargemälde zeigt den nie kanonisierten, legendenumrankten , ,Bruder und Klausner? Marquart, den Germeringer Patron bei Unwetter und anderen Nöten, der hier laut Inschrift 1432 starb und zu dessen Andenken alljährlich am 6. Januar an die Armen Spenden verteilt wurden. - An der Augsburger Straße wurde in der Christnacht 1937 eine Mariensäule eingeweiht, in Erinnerung an jene 300 Jahre zuvor am Münchner Marienplatz errichtete Säule. Eine Stiftung des Germeringer Gastwirts Joh. Bapt. Huber hatte dieses Werk von Prof. Georg Mattes, München-Pasing, ermöglicht.